Münstersche Zeitung: "Mut zur Wahrheit und zur Veränderung"

Finanzminister Milbradt beim CDU-Mittelstand

Münster (STM) - Ein „Klima, in dem sich Eigeninitiative entwickeln kann“, forderte der sächsische Finanzminister Professor Georg Midbradt auf dem Neujahrsempfang der

Mittelstands-und Wirtschaftsvereinigung der CDU Münster ein. Nur so seien die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, betonte der frühere münstersche Stadtkämmerer am Montag nachdrücklich im Rathausfestsaal.

Agnete Geißdörfer, Vorsitzender der CDU-Vereinigung, hatte zuvor aufgezeigt, wie sich der Mittelstand diesen Herausforderungen stellen könne — zwei „blutjunge Unternehmer“, Tim Wessels und Lars Möller, hätten ernst gemacht und ihr eigenes Unternehmen im Bereich Softwaredienstleistungen gegründet. Die Diplom-Kauffrau zollte den beiden 16-jährigen Schülern Respekt für solches Engagement: Sie verkörperten „die mittelständische Generation von morgen“.

Weniger freundlich charakterisierte die Geißdörfer die Mittelstandspolitik der rot-grünen Koalition in Berlin: „Unsere Bundesregierung betätigt sich wirklich als mittelstandspolitischer Geisterfahrer.“ Der Mittelstand werde in der Steuergesetzgebung stark benachteiligt, immer größere bürokratische Belastungen täten ein Übriges. Ausdrücklich forderte sie, „in Zukunftsprojekte zu investieren und in eine Infrastruktur, mit der die heimische Wirtschaft langfristig im Wettstreit der Regionen behaupten kann.“

„90 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zum Mittelstand“, unterstrich Georg Milbradt dessen Bedeutung. Bildlich gesprochen sei er „nicht nur Rückgrat, sondern auch Fleisch und Knochen“ der deutschen Wirtschaft. Im Münsterland seien in den vergangenen zehn Jahren so 60 000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, rechnete der Fachmann den anwesenden Gästen vor.

Enorm wichtig sei der Mittelstand, so Milbradts, vor allem auch in gesellschaftlicher Hinsicht: Wohlstand und Freiheiten könnten nur erhalten werden, wenn eine neue Kultur der Selbständigkeit entstünde. Dazu sei auf politischer Ebene Mut zur Wahrheit, zu Veränderungen und zu politischer Führung erforderlich: „Sagen, was ist. Denn der Bürger ist nicht so dumm, wie Politiker oft glauben“, schloss Milbradt unter dem Applaus der Anwesenden.

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